Auf den Spuren des Roten Kreuzes
Ehemalige des DRK Bissendorf besuch Museum in Schlangen

 

Bissendorf. Die Rotkreuzgeschichtliche Sammlung in Westfalen-Lippe war kürzlich Ziel neun Ehemaliger des DRK Bissendorf. Im Bulli des Ortsvereins und einem Privatwagen steuerte die Interessengemeinschaft das Museum an, das ein eigenständiger Verein im Landesverband seit 2013 mit Herzblut betreibt.

„Die Fülle der Exponate war enorm. Viele der alten Orden, Plakate und Ehren-Urkunden, die in den Räumen der ehemaligen Gemeindeverwaltung von Schlangen gezeigt werden, hat der Museumsverein mühevoll aus dem Ausland zusammengetragen“, berichtet Horst Kuhn.


Museumsleiter Jürgen Reuter (oberste Reihe links) begrüßte die DRK-Kameraden aus Bissendorf und führte sie durch die umfassende rotkreuzgeschichtliche Sammlung. Mit dabei waren Hermann Eberhard, Heinrich Wiele und Horst Kuhn. Elisabeth Stübner und Marianne Kameier (Mitte), Roswitha Sommer, Christa Kuhn, Arthur Luzer und Reinhold Pilgrim (untere Reihe).

Exponate aus eigener Ausbildungszeit bekannt

Insbesondere Stücke, die mit den Worten „lehren und lernen“ überschrieben wurden, waren dem Teilnehmer aus Schledehausen, der seit 1958 beim DRK aktiv ist, aus seiner Ausbildungszeit bekannt – darunter das Beatmungsgerät „Bonn 68“. Bleibenden Eindruck hinterließ auch ein gefühlt vorsintflutliches Wiederbelebungsgerät mit breiten Gurten, Hebel und Zahnrädern.

Während der drei Stunden Aufenthalt inspizierten die Besucher das gesamte Sammelsurium des Museums, das sich über zwei Etagen erstreckt. Gleich im Eingangsbereich waren in verschiedenen Sprachen die Grundsätze der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung dokumentiert.

Die weltumspannende Präsenz humanitärer Arbeit wurde durch etliche internationale Uniformen unterstrichen. „Ich wusste vorher zum Beispiel nicht, dass es für den Korea-Einsatz eine Extra-Uniform gab“, schildert Heinrich Wiele.

Bei Archivforschungen auf Gründungsdaten gestoßen

Die Wichtigkeit unentgeltlicher Blutspenden und die internationale Arbeit des Jugendrotkreuz wurde den Ehemaligen beim Durchschreiten der Ausstellung ebenso vor Augen geführt, wie die eng zusammenhängenden Bereiche militärisches Sanitätsmaterial und ziviler Katastrophenschutzausrüstung.

Bei Forschungen im Museumsarchiv machten die Ausflügler schließlich ein paar interessante Entdeckungen: Neben den genauen Gründungsdaten der Ortsvereine Bissendorf (25. April 1912) und Schledehausen (16. August 1914) gaben die Akten Auskunft über die damaligen Gründungsmitglieder und Mitgliedszahlen.

Gemäß Eintrag beliefen sich die Ausgaben beider Ortsvereine (das DRK Wissingen wurde erst am 8. Februar 1960 gegründet) für Kriegswohlfahrtspflege in den Jahren 1914 bis 1916 auf 1675 Mark. Als hauptsächliche Tätigkeit wurde für die Nachwelt die Pflege von Soldaten im Lungenlazarett Achelriede festgehalten.

In naher Zukunft wird die Geschichte des DRK Bissendorf mit dem geplanten Neubau in Jeggen fortgeschrieben. Nach Absprache mit dem Museumsverein in Westfalen-Lippe ist angedacht, dort eventuell ausgewählte Exponate der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung zur Schau zu stellen.


Quelle:

Osnabrücker Zeitung
Bissendorf
vom 09. 08. 2017
Foto: DRK Bissendorf