Strom wird selbst produziert
Museumsleiter freut sich über neue Ausstellungsstücke

 

Schlangen (WB/mai). Für das Rotkreuz-Museum in der Parkstraße ist immer noch Weihnachten. Gleich zwei neue Ausstellungsstücke konnte Museumsleiter Jürgen Reuter in den Bestand aufnehmen: ein Notstromaggregat aus den 1950er Jahren und eine mehr als 100 Jahre alte Fahrtrage, die »Handmarie«.


Ankunft eines Ausstellungsstückes: Helmut Wessel (links) erläutert dem Schriftführer des
Museumsvereins Hans Jürgen Bade (rechts) sowie dem Vorsitzenden Jürgen Bux die
Funktionsweise des Notstromaggregates, das er dem Schlänger Museum anvertraut hat.

Das Notstromaggregat aus dem Jahr 1959 gehört dem Vlothoer Ortsverein, der es dem Museum des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Helmut Wessel, langjähriger Aktiver und ehemaliger Vorsitzender des Vereins, war mit vier Kameraden gekommen, um die Maschine am Ende der jüngsten Vorstandssitzung des Museumsvereins zu übergeben. »Das Gerät läuft immer noch. Ab uns zu braucht es mal ein wenig Öl«, sagte er.

Der Vorsitzende der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung, Professor Dr. Bux aus Hagen ließ es sich nicht nehmen, das Notstromaggregat nach dem Abladen von allen Seiten zu begutachten und sich seine Wirkungsweise erklären zu lassen. Auch die kleine Gruppe der Oldtimerfreunde im Museumsverein ist begeistert von dem neuen Ausstellungsstück. »Sie freuen sich, dass wir auf Wanderausstellungen nun nicht nur einen Hingucker haben, sondern theoretisch auch dazu beitragen können, bei besonderen Anlässen unseren Museumsgarten zu illuminieren«, berichtet Reuter.

Zunächst aber müsse der einachsige »Nachläufer« wieder flott gemacht werden. Die Reifen müssten beispielsweise dringend erneuert werden. Dann werde das Notstromgerät so weit wie nötig überholt und von einem RotkreuzElektro-Meister gründlich durchgecheckt, um den TÜV-Anforderungen gerecht zu werden und dann möglicherweise wieder seiner ursprünglichen Bestimmung dienen zu können.

»Auf jeden Fall ist dieses Aggregat eine Bereicherung unseres Rotkreuz-Museums, zeigt diese alte Technik doch, dass wir auch vor mehr als 60 Jahren schon mehr als nur Pflaster kleben konnten: nämlich vielfältig den Menschen helfen, die in Not sind«, stellten Bux und Reuter übereinstimmend fest und dankten den Vlothoern mit einer Museums-Festschrift und einem Buch über besondere Ausstellungsstücke in deutschen Rotkreuzmuseen.

Die »Handmarie«, die wegen ihrer beachtlichen Größe zunächst ihren Platz im Museumsflur gefunden hat, stammt vom DRK-Ortsverein Neheim-Hüsten. Gebaut wurde sie etwa 1910 in der Bielefelder Firma Carl Henkel. »Die Regenabdeckung fehlt leider, ansonsten ist sie komplett erhalten. Selbst eine Sturmlaterne war dabei«, berichtet der Museumsleiter. Die Fahrtrage habe in Neheim-Hüsten jahrelang in einem Abstellraum ihr Dasein gefristet. »Einige Helfer haben sie komplett auseinandergenommen und aufgearbeitet«, berichtet Reuter.

Wer die neuen Ausstellungsstücke sowie die Dauerausstellung selbst in Augenschein nehmen möchte, hat am kommenden Sonntag, 19. Januar, Gelegenheit dazu. Dann hat das Museum in der Parkstraße von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Seit der Eröffnung am 16. März vergangenen Jahres zählte Jürgen Reuter bereits mehr als 500 Besucher, die sich in das Gästebuch eingetragen haben. »Das ist schon beachtlich, es dürfen aber gerne noch mehr werden«, sagt er.


Quelle:

Westfalen-Blatt
Kreis Lppe / Schlangen
vom 14. 01. 2014
Foto: SZ