Das Museum kann sich sehen lassen
Festveranstaltung zur Eröffnung der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung

 

Schlangen (He). »Das Rote Kreuz ist und bleibt weltweit eines der schönsten Zeichen für gelebte Menschlichkeit.« Das neue Museum in Schlangen trage dazu bei, dies der breiten Öffentlichkeit zu dokumentieren, stellte Dr. Jörg Twenhöven fest. Der Präsident des Landesverbandes Westfalen-Lippe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hielt am Samstag im Bürgerhaus den Festvortrag zur Eröffnung des DRK-Museums in der Parkstraße.»Es ist sehr viel gesammelt und gesichtet worden, aber es war schwierig, das alles hier in einem Haus zu präsentieren«, erklärte Twenhöven. Das neue Museum zeige nicht nur die lange Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes auf, sondern auch dessen Wirkung. Dafür dankte der Präsident dem Museumswart Jürgen Reuter und dessen Ehefrau Cäcilia mit den Worten: »Ihr seid ein Vorbild für alle aktiven und passiven Mitglieder.« Twenhöven glaubte sogar eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Reuter und dem auf einem Plakat nahe dem Rednerpult abgebildeten Begründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, zu erkennen. »Jürgen, stell dich mal direkt daneben«, forderte er. Reuter lehnte lächelnd ab.
 

Freuen sich über die Eröffnung des DRK-Museums in Schlangen: (von links) Dr. Jörg Twenhöven
(Präsident des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe), Karin Hell (Vizepräsidentin), Landrat
Friedel Heuwinkel, Museumswart Jürgen Reuter, Cäcilia Reuter und Professor Dr. Jürgen Bux
(Vorsitzender der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung Westfalen-Lippe).

Der erste Grundsatz des Roten Kreuzes sei: »Alle Menschen haben den gleichen Anspruch auf Hilfe«, so Twenhöven. Das Rote Kreuz helfe völlig ideologiefrei. »Was wir aber nicht bereit sind hinzunehmen, ist Unmenschlichkeit«, sagte er. Das beschere der Organisation hohe Anerkennung. Zurzeit seien etwa 70 Rotkreuzkräfte in Afghanistan im Einsatz, aber noch keiner sei dort über Jahre zu Schaden gekommen. Das zeige den Stellenwert, den das Rote Kreuz genieße.

In Deutschland helfe das DRK durch den Rettungsdienst, den Blutspendedienst und soziale Wohlfahrtsarbeit. Doch gerade die Wohlfahrtsarbeit gestalte sich angesichts der demographischen Entwicklungen und dem Arbeitsmarkt zunehmend schwieriger. Twenhöven: »Wachsende soziale Aufgaben bei geringer werdenden Einnahmen belasten auch unsere Verbände.«

An Bürgermeister Ulrich Knorr gerichtet, wünschte sich der Festredner: »Ich hoffe, dass wir ein aktives Mitglied in ihrem Gemeindeleben werden.« Knorr zeigte sich zuversichtlich und sieht im Museum auch eine weitere Attraktion für den Ort: »Ich sehe das nicht ganz uneigennützig. Besucher der DRK-Sammlung sind auch Besucher der Gemeinde Schlangen«, sagte der Bürgermeister. Mit der Eröffnung gehe ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Viel Staub und Schweiß sowie ehrenamtliche Arbeit habe es bis hierhin gegeben. Knorr: »Ich bin mir sicher, dass Jürgen Reuter dies aber nur als Etappenziel ansieht. Er wird schon schauen, wie er die Sammlung erweitern kann.«

Die Lippische Rose als Wappen brachte Landrat Friedel Heuwinkel als Geschenk mit. »Wir freuen uns und dürfen als Lipper stolz sein, das Museum hier bei uns zu haben«, so Heuwinkel. Der Landrat unterstrich ebenfalls die besondere Bedeutung, die die »Rotkreuzfamilie« weltweit genieße. Das hoben auch weitere Redner hervor. Der Vorsitzende der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung in Westfalen-Lippe, Professor Dr. Jürgen Bux, lobte, das Museum zeige, liebevoll zusammengetragen, die »Geschichte einer einmaligen Organisation«. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Rotkreuz-Museen, Professor Dr. Rainer Schlösser, überbrachte Grüße vom Museum in Luckenwalde. In der im Jahr 2000 gegründeten Arbeitsgemeinschaft seien heute bereits 16 Museen zusammengeschlossen.

Museumswart Jürgen Reuter erklärte: »Ich habe schon immer geglaubt, dass das Rote Kreuz es verdient hat, Menschen auf der ganzen Welt zu zeigen, wie es gewirkt hat.« Er erinnerte schließlich an die Gründung des Trägervereins der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung vor sechs Jahren. So habe es viele Aufgaben gegeben, die bewältigt werden mussten. Dazu zählten nicht nur, ein Gebäude und Geschäftsleute zur Unterstützung zu finden. Reuter: »Hier in Schlangen habe ich reichlich Hilfe bekommen. Danke.« Mit dem Ergebnis ist der Museumswart zufrieden: »Ich finde, unser Museum kann sich sehen lassen – von innen und von außen.«

Davon überzeugten sich nicht nur viele Gäste nach der Festveranstaltung bei einem Rundgang. Am Sonntag begrüßte Reuter auch Besucher beim ersten Tag der offenen Tür.


Bildergalerie von der feierlichen Einweihung

Quelle:

Westfalen-Blatt
Schlänger Zeitung
Schlangen
vom 18. 03. 2012
Foto: Klaus-Dieter Beppler