Landrat Müller besucht das Rotkreuzmuseum
Zwischen historischen Urkunden und uralten Dreiecktüchern

 

Bad Lippspringe. Die Ursprünge der Rotkreuzarbeit sichtbar zu machen, das hat sich die Rotkreuzgeschichtliche Sammlung in Westfalen-Lippe e.V. zur Aufgabe gemacht. Gleichzeitig zeigt sie etliche Beispiele ehrenamtlicher Tätigkeiten auf. Das einzige Rotkreuzmuseum in den Grenzen des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe befindet sich in Bad Lippspringe. Dieses war nun Ziel eines Besuchs von Manfred Müller, dem Landrat des Kreises Paderborn. Dort zeigte er sich sehr überrascht: „Ich habe nicht damit gerechnet, eine so umfassende und vielfältige Sammlung vorzufinden.“

Landrat Manfred Müller, Jürgen Reuter und Prof. Dieter Riesenberger in der Sammlung

Landrat Müller und Jürgen Reuter mit einem Zeitungs-bericht der „New York Times“ von 1859 über die Schlacht von Solferino, Region Mantua, Geburtsstätte des Roten Kreuzes

Gleichzeitig konnte er von seiner Begegnung mit dem Ausgangspunkt der Rotkreuzbewegung berichten. Anlässlich eines Besuchs in der Region Mantua hatte er den Ort Solferino besucht. Hier hat 1859 der Schweizer Bürger Henry Dunant nach einer verheerenden Schlacht den Grundstein für das Rote Kreuz gelegt „Das Rotkreuz-Museum in Castiglione, das Beinhaus und die internationale Gedenkstätte haben tiefe Eindrücke in mir hinterlassen.“ Dazu Jürgen Reuter, als Leiter der Bad Lippspringer Sammlung: „Bis heute wird die Arbeit der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung wesentlich von dieser Idee der Hilfe ohne Unterschied getragen, und das möchten wir auch vor Ort durch die unterschiedlichsten Beispiele und verschiedenartigen Ausstellungsstücke deutlich machen.“

Bei einem Rundgang berichtete Jürgen Reuter über Entstehung und Aufgaben des Museums. Es ist ihm gleichermaßen wichtig, nicht nur vielfältige Objekte zu sammeln, zu ordnen und zu bewahren. Durch die feste Ausstellung und durch Präsentationen in den Rotkreuzgliederungen sollen gleichzeitig die Wurzeln und die Grundlagen humanitärer Hilfe sichtbar werden. Die historischen Bezüge vertiefte der 2. Vorsitzende des Museumsvereins, Prof. Dieter Riesenberger, mit seinen profunden Kenntnissen der Geschichte des Roten Kreuzes.

In vielen Jahren wurden zahlreiche Exponate zusammengetragen. Angesichts der Vielzahl der unterschiedlichsten Objekte und schriftlichen Zeugnissen des Roten Kreuzes ist es nicht verwunderlich, dass neue Räume gefunden werden mussten. Jürgen Reuter stellte kurz die Neukonzeption des Museums in den neuen Räumlichkeiten vor,  die noch in diesem Jahr bezogen werden sollen.

Bei der sich anschließenden regen Diskussion wurden Möglichkeiten einer Partnerschaft des Roten Kreuzes in der Region Mantua und im Kreis Paderborn diskutiert. Vom DRK Landesverband nahm der Leiter des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit Helmut Westermilies daran teil und zeigte einige denkbare Beispiele auf. So könnte damit auch eine Zusammenarbeit der beiden Rotkreuz-Museen verbunden sein. Es wurde vereinbart, Kontakte mit dem Italienischen Roten Kreuz in Mantua zu knüpfen und eine Kooperation anzustreben. Dabei sicherte Landrat Müller seine Unterstützung zu.


JR / 07.02.2012