Geschichte unter neuem Dach
Rotkreuzmuseum eröffnet 2010 in Schlangen

 

Schlangen/Bad Lippspringe - Noch befinden sich die Ausstellungsstücke der Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung von Jürgen Reuter in seinen Privatgemächern in Bad Lippspringe.

2010 werden diese in Schlangen ein neues Zuhause finden.

Verbandskästen, Schilder, Sanitäterkleidung, Briefmarken,  sowie Erste-Hilfe-Boxen aus den vergangen 150 Jahren gehören unter anderem zu den Schätzen, die Jürgen Reuter in seinem Haus in Bad Lippspringe angesammelt hat. Eines haben die Objekte gemeinsam: Auf ihnen prangt ein rotes Kreuz.

Die Idee zu seiner Rotkreuzgeschichtlichen Sammlung hatte Pensionär Reuter während eines Urlaubs in Niedersachsen: "Ich habe gesehen, wie ein Rotkreuz-Nachlass einfach so weggeschmissen wurde und war schwer erschüttert", sagt der 62-Jährige, der seit 1960 beim DRK aktiv ist. Deshalb war vor zwölf Jahren die Geburtstunde seiner Kollektion.

Unter dem Dach des Einfamilienhauses von Jürgen Reuter und Ehefrau Cäcilie – diese ist DRK-Bezirksleiterin – haben sich etwa 400 Besucher jährlich einen Eindruck darüber verschafft, wie Alltag und Arbeit der ehrenamtlichen Helfer einst aussahen und heute ablaufen.

Vom Schlüsselanhänger über Kugelschreiber bis hin zu Ehrenabzeichen mit dem Emblem des Roten Kreuzes werden die Exponate im kommenden Jahr im Haus Parkstraße 18 in Schlangen untergebracht. Nach Bemühungen von Jürgen Reuter, Bürgermeister Ulrich Knorr, sowie Dr. Wolfgang Kuhr, Vorsitzender eines gemeinnützigen Museumsvereins, der im Mai 2007 gegründet wurde und als Träger der Sammlung fungiert, war ein passendes Gebäude gefunden und mit der Gemeinde ein Nutzungsvertrag für die kommenden 15 Jahre ausgehandelt.

Auf mehr als 200 Quadratmetern, die sich auf zwei Ebenen verteilen, soll das Museum entstehen. In den nächsten Monaten gilt es, Geld für das große Projekt zu besorgen. Dieses verschlingt mit Renovierung der neuen Räume, mit Umzug und Dokumentation aller Ausstellungsobjekte rund 30000 Euro.

Der Schwerpunkt, so Jürgen Reuter, soll im Rotkreuz-Museum auf Westfalen-Lippe liegen. "Wir werden uns sehr stark um die Geschichte des DRK in Ortsvereinen und Kreisverbänden kümmern", erläutert der Lippspringer. Ihm schwebt für die Sammlung eine Art "Hall of Fame" mit Urkunden ehemaliger Kameraden, die Großes geleistet haben.


Quelle:

Lippische Landeszeitung
Schlangen
vom 27./28. 10. 2009