100 Jahre Geschichte
Einmalige Deutsche-Rot-Kreuz-Sammlung in Bad Lippspringe

Bad Lippspringe: Von außen sieht er ganz normal aus, der Bungalow des Ehepaares Reuter aus Bad Lippspringe. Doch unter dem Dach gibt es eine Besonderheit: Auf etwa 100 Quadratmetern präsentiert sich 100 Jahre Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes, und damit ist dieses Museum einmalig in Westfalen.


Jürgen Reuter zupft gerade an einer alten
Männer-Uniform des Deutschen Roten Kreuzes

Deutsche und ausländische Orden, Spielzeug, Uniformen, 130 Verbandkästen, 1200 Briefmarken, Urkunden, medizinische Geräte, Aufkleber und Bücher hängen, stehen und liegen in dem Obergeschoss, dass der pensionierte Lehrer Jürgen Reuter zum Museum umfunktionierte.

Fein säuberlich in Vitrinen gestellt oder hinter Bilderrahmen geklemmt, präsentieren sich zum Teil einmalige Dinge, die allesamt eines gemeinsam haben: die Verbindung zum Deutschen Roten Kreuz.

Seit 1997 sammelt Reuter alles, was mit diesem Thema zu tun hat, im In- und Ausland. Durch zahlreiche Reisen - teils im Auftrag des DRK - hat er eine Menge »Material« zusammengetragen und zuerst in Kisten verstaut. »Doch es ist viel zu schade, diese Dinge in Kisten zu lagern«. Also wurde das Obergeschoss flugs zu einem Museum umfunktioniert. »Eine Heidenarbeit, alles zu säubern, teilweise zu renovieren und dann vernünftig zu präsentieren«, meint Jürgen Reuter nicht ohne einen gewissen Stolz. Und das kann er auch sein, denn mehrere Raritäten zieren die oberen Räume. So etwa ein uraltes, tragbares EKG-Gerät und ein Ende des 19. Jahrhunderts hergestellter Arzttisch, die sein Hausarzt beisteuerte.

Seit mehr als 40 Jahren ist Jürgen Reuter Mitglied im DRK, und seine Kameraden vom DRK wissen um seine Leidenschaft und unterstützen ihn, wo sie nur können. Werden alte DRK-Räumlichkeiten und Keller entrümpelt, schlägt seine Stunde. Auch zum Ausland hat Reuter beste Kontakte.


Uralte medizinische Geräte, die das DRK benutzte,
sind oftmals nach Gebrauch in den Müll gewandert.
Heute ist Jürgen Reuter froh, einige Raritäten
gerettet zu haben.

Der Auslöser war die Wohnungsräumung eines verstorbenen DRK-Kameraden vor einigen Jahren. Die Erben konnten mit einem großen Container in dem allerlei DRK-Utensilien lagen, nichts anfangen. »Man sollte eine Sammelstelle einrichten, in der das geehrt wird, was das Leben eines anderen DRK­Mitgliedes ausgemacht hat«, meint Reuter, und fing mit einigen Freunden an, auf Flohmärkten und Auslandsreisen zu sammeln.

Eines haben alle Ausstellungstücke gemeinsam: das gleichfarbige Kreuz des DRK. Wer dieses Kreuz bei einer Haushaltsauflösung entdeckt und nichts damit anfangen kann, sollte sich an Jürgen Reuter wenden. Auch steht sein Rotkreuzmuseum für Besucher offen. Wer sich einmal ein Bild von dieser umfassenden Sammlung machen möchte, sollte sich anmelden.

Unter (05252) 931428 gibt Jürgen Reuter weitere Informationen und verabredet einen Besuchertermin. 

Quelle: Westfälisches Volksblatt aktuell vom 04.11.2004