Ein Rot-Kreuz-Museum in Bad Lippspringe
Jürgen Reuter hat sich einen Traum erfüllt

Jürgen Reuter hat sich einen Traum erfüllt. Nach mehrmonatigem Aus- und Umbau ist sein Haus in der Heiligenbergstraße 2 in Bad Lippspringe Heimstätte für ein besonderes Museum geworden. Auf 100 Quadratmeter Präsentationsfläche finden sich ausgesuchte Exponate und Ausstellungsstücke, die sich speziell einem Thema widmen: der wechselvollen Geschichte des Roten Kreuzes.

Bereits seit mehr als 40 Jahren ist Jürgen Reuter Rot-Kreuz-Mitglied. Seine berufliche wie private Biographie weist entsprechende Prägungen auf. Zu seinen wichtigsten und nachhaltigsten Erfahrungen zählt der Bad Lippspringer seine mehr als vierjährige Auslandstätigkeit für das internationale Rote Kreuz. Als deren Delegierter half er unter anderem neun Monate im Bürgerkriegsgebiet von Nigeria. Später war er drei Monate in Bangladesch und weitere sechs Monate in Thailand tätig. Sein längster Auslands-Aufenthalt, immerhin drei Jahre, führte Jürgen Reuter mit Ehefrau Cäcilia und Tochter Ulrike nach Äthiopien. Wer Jürgen Reuter kennt, weiß, wie sehr er sich den Anliegen und Zielen Henri Dunants und der von im gegründeten Hilfs-Organisation verbunden fühlt. Sein ständiger Traum, irgendwann einmal ein eigenes Rot-Kreuz-Museum zu verwirklichen, begann 1998 erste Konturen anzunehmen. Schon während seiner Auslandseinsätze in den Jahren zuvor hatte der Bad Lippspringer damit begonnen, Rot-Kreuz-Material aus fünf Kontinenten akribisch zusammen zu tragen. Und das Ergebnis seiner internationalen "Sammler-Bemühungen" ist beachtlich. Inzwischen verfügt die Ausstellung über die stolze Zahl von mehr als 130 Verbandkästen, eine stattliche Sammlung von Sanitätskisten und Uniformen sowie unterschiedliche medizinische Geräte aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Zu den weiteren Kostbarkeiten zählen DRK-Verdienstorden, Anstecknadeln und diverses Rot-Kreuz-Material aus der früheren DDR sowie 1.200 Rot-Kreuz-Briefmarken (international). Eine gehörige Portion Glück und reichlich Überzeugungsarbeit brachten Jürgen Reuter schließlich auch in den Besitz von äußerst seltenen Rot-Kreuz-Plakaten aus der Mongolei und von Malaga. Ungläubiges Staunen bei so manchem "high-tech"-verwöhnten Zeitgenossen dürfte ein Blick auf den tatsächlich museumsreifen Krankenfahrstuhl oder die fahrbare Sanitätsliege hervorrufen. Zu den Sammler-Raritäten aus vergangener Zeit zählen schließlich auch die noch voll funktionsfähigen Karbidlampen. Natürlich konnte Jürgen Reuter seine Museumsidee nur mit der Unterstützung Gleichgesinnter realisieren. Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang Gerd Timpe vom DRK-Ortsverein, der sich mit Rat und handwerklichem Geschick unentgeltlich in den Dienst der guten Sache stellte. Und auch der Vorstand des DRK-Ortsvereines zeigte sich großzügig, indem er zahlreiche eigene Exponate in die Ausstellung einbrachte. Der Besuch im neuen Rot-Kreuz-Museum, so unser abschließendes Fazit, lohnt sich: Zum einen gibt die Ausstellung einen ersten informativen Einblick in Arbeit, Aufgaben und Einsatzfelder der international tätigen Hilfsorganisation. Gleichzeitig dokumentiert sie überzeugend den rasanten Wandel besonders im Bereich der Medizin in den vergangenen 100 Jahren. Interessierte Gäste sind willkommen, Jedoch wird um Voranmeldung gebeten, und zwar unter der Telefonnummer 05252/931428.

© Die Quelle, das Kur- und Stadtmagazin aus Bad Lippspringe / 27.09.2001