100 Jahre Rotkreuz-Geschichte
Jürgen Reuter öffnet privates Museum in Bad Lippspringe

Bad Lippspringe.  Ein interessantes Privatmuseum in der Badestadt ist jetzt der Öffentlichkeit zugänglich. Auf 100 Quadratmetern Ausstellungsfläche hat Jürgen Reuter in seinem Haus, Heiligenbergstraße 2, Rotkreuz-Geschichtliches aus über 100 Jahren gesammelt.

Das Rote Kreuz ist Reuters große Leidenschaft. Bereits mit 13 Jahren trat er dem Jugendrotkreuz bei und ist jetzt seit über 40 Jahren Rotkreuzler. Seine Ehefrau Cäcilia ist seit vielen Jahren Rotkreuz-Leiterin im Kreisverband Paderborn und war bereits in jungen Jahren im Ortsverein der Badestadt aktiv. Tochter Ulrike war jahrelang im Jugendrotkreuz tätig. Jürgen Reuter war viereinhalb Jahre hindurch für das Internationale Rote Kreuz im Ausland. Neun Monate half er als Delegierter im Bürgerkrieg von Nigeria, drei Monate in Bangladesch und sechs Monate in Thailand. Sein längster Aufenthalt führte ihn mit seiner Familie nach Äthiopien, wo er drei Jahre lang für das Rote Kreuz humanitär wirkte.

Im Kreis Paderborn war Reuter 15 Jahre lang Leiter des Jugendrotkreuzes, ebenfalls im DRK-Ortsverein Bad Lippspringe. Vor drei Jahren begann Jürgen Reuter, seinen ständigen Traum von einem eigenen Rotkreuzmuseum zu verwirklichen. In eifriger Kleinarbeit trug er schon vorher bei all seinen Einsätzen Rotkreuzmaterial zusammen. Inzwischen kann der Besucher 130 Verbandkästen, Urkunden verschiedener Länder, medizinische Geräte aus der Jahrhundertwende, Sanitätskisten und Uniformen bestaunen. Zahlreiche DRK-Verdienstorden, Anstecknadeln und Rotkreuzmaterial aus der früheren DDR sowie 1.200 Rotkreuzbriefmarken aus aller Welt zählen zu Reuters Kostbarkeiten. Alle Exponate sind in Vitrinen, Schränken und Regalen untergebracht. Besonders stolz ist Jürgen Reuter auf Rotkreuz-Plakate aus der Mongolei und von Malaga. Der Anblick des alten Krankenfahrstuhls sowie der alten fahrbaren Sanitätsliege rufen beim Besucher ein ungläubiges Kopfschütteln hervor. Doch auch noch voll funktionsfähige Karbidlampen gehören zu seinen Raritäten aus vergangener Zeit.

Im letzten Jahr besuchte die Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes, Oberin Carin Hell, die geschichtsträchtige Ausstellung Reuters. Sie war begeistert und überreichte mehrere Kostbarkeiten aus dem Bereich der Schwesternschaft. Natürlich konnte die Museumsidee Reuters nur mit der Unterstützung Gleichgesinnter verwirklicht werden. Besonders GerdTimpe vom DRK-Ortsverein leistete unentgeltlich handwerkliche Hilfe. Auch der Vorstand des Ortsvereins ergänzte die Ausstellung mit zahlreichen Exponaten.

Jürgen Reuter, seit vielen Jahren Lehrer für Aussiedler- und Ausländerkinder, ist dankbar für jegliche Unterstützung und freut sich über weitere Rotkreuz-Schätze, die seine Sammlung aus allen fünf Kontinenten noch vervollständigen können. Die Ausstellung zeigt, dass das Rote Kreuz weltweit bemüht ist, sich auf den verschiedensten Aufgabenfeldern positiv darzustellen. Gleichzeitig aber dokumentiert sie den rasanten Wandel, etwa im Bereich der Medizin.

Der Besuch in diesem privaten Museum lohnt sich. Gäste sind den Reuters stets willkommen.
Jedoch wird um Anmeldung gebeten unter Telefon 05252/931428.

© Neue Westfälische / Lokales / 14. 08. 2002